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Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

Ca. 80 Kinder und Jugendliche lernen an der Auerbacher Förderschule. Sie werden nach 80 verschiedenen Förderplänen unterrichtet, denn jeder Schüler soll da abgeholt werden, wo er in seiner aktuellen Entwicklung steht. Während manch 13-Jähriger die Ziffern 1, 2 und 3 mithilfe von Schablonen schreiben übt, rechnen andere im Zahlenraum bis 10 000.

Die Schulpflicht gilt für alle Kinder, doch deren Voraussetzungen sind sehr unterschiedlich. Unter ihnen sind mehrfach- und schwerstmehrfachbehinderte Mädchen und Jungen. Deshalb erstellen die insgesamt 14 Lehrerinnen und Lehrer individuelle Förderpläne. Wahrnehmung und Denken, Kommunikation und Lautsprache, Lesen und Schreiben, Mathematik, Natur und Umwelt, Liebe – Freundschaft – Sexualität – in all diesen Bereichen des Lebens bilden die Pädagogen, unterstützt von Pädagogischen Fachkräften im Unterricht (PFiU), Einzelfallhelfern, Praktikanten und Therapeuten die Kinder und Jugendlichen aus. Auch Musik, Sport, Kunst, Werken und Hauswirtschaft sowie Ethik bzw. Religion gehören dazu.

Von den zwölf regulären Schuljahren widmen sie die letzten drei der praktischen Arbeit. In der Werkstufe bereiten sich die jungen Leute darauf vor, möglichst selbstständig zu werden und einer für sie geeigneten Arbeit nachgehen zu können. Dafür erledigen sie Einkäufe, kochen Mittagessen, führen Reinigungsarbeiten im Schulhaus aus und kümmern sich um die anfallende Wäsche, unterstützen den Hausmeister, gestalten Bilder für das Schulhaus, arbeiten in der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) und in benachbarten Unternehmen. Ziel ist es, den künftigen Alltag außerhalb der Schule aus eigener Kraft zu stemmen. Dabei hilft es, lesen zu können. Doch nicht alle Schüler sind in der Lage, die Schriftsprache zu erlernen. Für sie haben die Lehrer z. B.Wörterbücher selbst erstellt. Sie setzen auf die Wiedererkennung von Fotos, Piktogrammen oder Ganzwörtern. Selbst zu schreiben, diese Hürde nehmen viele Schüler zwar nicht, aber sie können sich später vielleicht einmal eine Einkaufsliste zusammenstellen und Begriffe in ihrer Umwelt sinnerfassend lesen.

(in Auszügen aus der Broschüre "Vielfalt als Chance", herausgegeben vom Staatsminiterium für Kultus des Freistaates Sachsen)